Hebel, Stop-Loss und Nachkäufe: Risiken im Krypto-Futures-Handel verstehen
Hebel macht aus kleinen Kursbewegungen große Gewinne – und große Verluste. Wer mit Futures handelt, sollte vor dem ersten Trade wissen, wie Hebel, Stop-Loss und Nachkäufe zusammenwirken.
Hebel und Liquidation
Mit 10-fachem Hebel bewegt eine Kursänderung von 1 % deine Margin um rund 10 %. Bei isolierter Margin wird die Position liquidiert, wenn der Verlust fast die ganze Margin aufgezehrt hat. Grob gilt: Bei 10-fachem Hebel reichen knapp 10 % Gegenbewegung, bei 20-fachem knapp 5 %. Krypto-Kurse schaffen solche Bewegungen manchmal in Minuten.
Der Stop-Loss begrenzt den Schaden
Ein Stop-Loss schließt die Position bei einem festgelegten Verlust. Er kostet manchmal einen Trade, der sich später erholt hätte – schützt aber vor dem einen Trade, der das Konto leert. Ohne Stop-Loss entscheidet am Ende die Liquidation.
Nachkäufe (DCA): Fluch und Segen
Bei Nachkäufen kaufst du in festen Abständen nach, wenn der Kurs gegen dich läuft. Der Durchschnittspreis sinkt, und schon eine kleine Erholung reicht für Gewinn. Deshalb sehen Nachkauf-Strategien im Chart oft sehr gleichmäßig aus. Der Preis dafür: Jede weitere Stufe bindet mehr Margin, und läuft der Kurs ohne Erholung weiter, wird der Verlust entsprechend größer. Viele kleine Gewinne können so von einem einzigen großen Verlust ausgelöscht werden.
Im Backtest vorher sehen, was passieren kann
- Schau auf den maximalen Drawdown und die Zahl der Liquidationen, nicht nur auf die Rendite.
- Achte auf „Max. Margin gebunden“: So viel Kapital steckt im schlechtesten Moment gleichzeitig in Nachkäufen.
- Teste denselben Aufbau mit kleinerem Hebel und mit Stop-Loss und vergleiche.
- Prüfe lange Zeiträume mit echten Abstürzen, zum Beispiel die letzten drei Jahre.
Hebel ist ein Werkzeug, kein Ziel. Wer ihn nutzt, sollte wissen, bei welcher Gegenbewegung die Position verloren ist. Keine Anlageberatung.